Kartenlegerin mit Telefonberatung und Onlineberatung.
Krise als Aufforderung zur „Wir-Kultur”
Das Machtstreben Einzelner, das Leben und Denken in Hierarchien und die Koppelung von Geld an Arbeit sind bereits gestorbene Vorstellungen von einem Gestern, das es heute nicht mehr gibt.
Unser stärkstes Zugpferd — der Verstand — muß den Platz einnehmen, der ihm gebührt. Der Verstand als Motor unseres Überlebenswillens und unseres Sehnens nach Sicherheit, hat uns viele sinnvolle Errungenschaften in Medizin und Technik ermöglicht. Doch der Verstand ist nur ein Werkzeug unter vielen anderen, das dem Menschen für eine sinnvolle Lebenweise zur Verfügung steht. Ayya Kehma[1] bemüht das Beispiel eines Hammers. Wenn wir alle täglichen Verrrichtungen mit einem Hammer durchführen wollten, wäre dies wenig sinnvoll. Ähnlich verhalten wir uns jedoch mit unserem Verstand.
Anstatt sensibel zu erspüren, wo er von Nutzen, und in welchen Situationen er unzuträglich ist, sind wir nicht oder nur selten in der Lage, ihn nicht einzusetzen. Der Verstand hat die Tendenz zu rationalisieren, zu konkurrieren — kurz, er tritt ständig in Trennung. Dies muß er auch, um gedankliche Zusammenhänge erfassen zu können. Denn nur aus ihrem Kontext genommen, können kleinere Systeme erforscht werden.
Beispiel: Will ich die Natur als Ganzes verstehen, so muß ich scheitern. Nehme ich mir aber ein geschlossenes System innerhalb der Natur vor, z. B. eine bestimmte Tierart oder das Wetter einer bestimmten Region, so wird es mir, mittels meines Verstandes, möglich sein, die Natur in dieser Facette zu verstehen. Nun steht der Mensch in seiner Evolution an einem Scheidepunkt. Angespornt durch den Verstand hat er alles, was ihn umgibt, in immer kleinere Teile zerlegt und diese erforscht. Nun geht es darum mit den erworbenen Kenntnissen wieder zum Ganzen, zum „Wir” zurückzukehren. Wenn ich mich in meiner Beobachtung verliere, bin ich nicht mehr Teil des Ganzen, ich bin nicht mehr in Resonanz — schwinge nicht mehr im Einklang.
Da wir als „Spezies Mensch” überleben wollen, müssen wir lernen, im Einklang zu schwingen. Hans-Peter Emil Dürr (Quantenphysiker) beschreibt, wie es der Natur egal ist, ob es den Menschen gibt — oder nicht. Die Natur, in ihrem evolutionären Sein, entwickelt sich immer in Balance. Sie ist immer selbst regulierend, alle Lebensformen bedingen einander. Nur der Mensch setzt der Natur so zu, daß sie vielleicht eines Tages nicht mehr in der Lage sein wird, dies auszubalancieren; und somit hätte der Mensch seine eigene Lebensgrundlage zerstört.
Damit wir an dieser Stelle aufwachen, sehen wir uns momentan mit der sog. Krise konfrontiert. Krise (auf Wikipedia), als eine schwierige Situation bzw. Zeit, die die Höhe oder den Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt. Ein dauerhaft negativer Verlauf endet in der Katastrophe. In der Krise geht es darum, eine Entscheidung zu treffen. Gehen wir weiterhin den Weg unserer persönlichen Interessen, die uns noch größer, stärker, berühmter und mächtiger machen sollen? Oder reichen wir uns die Hand und Schwingen im Einklang? Bezwingen wir die Natur, indem wir sie ausrauben und benutzen? Oder schützen wir die Erde als unsere Lebensgrundlage?